Der Kammerton a' zwischen Streicher-Brillianz und Schumann-Resonanz (de)
* Presenting author
Abstract:
Der Kammerton a' dient als Stimmton und wurde 1939 auf 440 Hz festgelegt. Er sorgt in der Musiktranskription dafür, das die Erkennung und Zuordnung von Grundfrequenzen zu erkannten Noten möglich wird.Die Wahl der Frequenz des Kammertons ist aber nicht unumstritten. So hat die absolute Frequenz Einfluss auf den Klang der Instrumente - Streicher klingen höher gestimmt brillianter; in Rundfunkorchestern wird daher gerne höher eingestimmt und der Kammerton hängt so vom Genre und den etablierten Gepflogenheiten ab.Historische Instrumente verwenden andere Stimmtöne als a', hier spielt auch noch die gewählte (intonierte) Stimmung eine Rolle, um die Frequenz des Stimmtons ausgehend von 440 Hz zu errechnen. Die Wahl der Frequenz hing im historischen Kontext oft mit der Singbarkeit des Notentextes für Vokalensemble zusammen.Nicht zuletzt werden auch gesundheitliche Aspekte für die Wahl der Stimmtonfrequenz herangezogen, z.B. begründet aus der Schumann-Resonanz (eine Eigenschwingung unseres Planeten Erde). Die genaue Kenntnis der intendierten Frequenz des Kammertons kann schließlich hilfreich sein, um technische Auswirkungen von Medien wie eine veränderte Bandgeschwindigkeit beim Tonband korrigieren zu können. Der Beitrag gibt einen Überblick über historische wie naturwissenschaftliche Zusammenhänge des Kammertons a' und stellt die Verbindung zu den technischen Aspekten der Musiktranskription her.